28. Eidgenössisches Jagdhornbläserfest in Brig

Die Alpenstadt Brig am Simplon wird Austragungsort des 28. Eidgenössischen Jagdhornbläserfestes im Jahr 2013 sein. Medienmitteilung lesen

Die Schweiz und die Bejagung von Wildtieren

29.8.11 / Das eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation ist derzeit damit beschäftigt, die Anhörungspositionen zur Revision der eidgenössischen Jagdverordnung auszuwerten. Dies soll bis Ende Jahr zur definitiven Fassung des Verordnungstextes führen, der alsdann vom Bundesrat in Kraft gesetzt wird. Der Schweizer Tierschutz, welcher sich ebenfalls vernehmen lassen konnte, rührt derzeit sämtliche ihm zur Verfügung stehenden Werbetrommeln, dies wohl mit dem Gedanken, seine Position doch noch verbessern zu können.

Tatsächlich sind die Forderungen des Schweizerischen Tierschutzes, wie JagdSchweiz erfahren hat, meistens auf taube Ohren gestossen. JagdSchweiz beurteilt diese denn auch als realitätsfern, nehmen sie doch auf den Schutz der Bioversität und den Ausgleich zwischen den unterschiedlichen Interessen unserer Gesellschaft keine Rücksicht. So wird beispielsweise die Einführung eines allgemeinen Tierschutzartikels in der Jagdverordnung gefordert wie auch eine nationale Regelung für die Schiessübungen durch Jägerinnen und Jäger und das Verbot der Baujagd.

Der Schweizer Tierschutz wehrt sich auch gegen die systematische Bekämpfung ortsfremder Wildtierarten (Neozoen), welche nachweislich angestammte Wildtiere gefährden. Dies sind im konkreten Fall die Waschbären und das Grauhörnchen, die sich in Richtung Schweiz ausbreiten und die einheimische Tierwelt bedrängen würden.

In diesem Zusammenhang drängt sich zur Tötung von Wildtieren eine kurze Analyse auf. Bekanntlich lehnen die meisten organisierten Tierschutzorganisationen generell die Tötung von Tieren ohne vernünftigen Grund ab. Dies erfolgt aus einer auf das Einzeltier zentrierten Optik heraus, losgelöst von dynamischen Prozessen auf der Ebene der verschiedenen Wildtierpopulationen und der menschlichen Interessen in der Natur.

Was ist aber unter dem Begriff „vernünftiger Grund“ zu verstehen? Die Definition variiert je nach Ausprägung der Organisationen. Moderate Organisationen befürworten beispielsweise die Tötung von überzähligen Zootieren, sofern sich die Tierparks grundsätzlich Gedanken über den Umgang mit dem Nachwuchs machen. Extremere Organisationen bekämpfen hingegen grundsätzlich die Tötung von Wildtieren in der freien Wildbahn bei Bewegungsjagden oder ohne nachweisbar ökologische Gründe. Radikale Gruppen, worunter nach Ansicht von JagdSchweiz die Organisation Wildtierschutz Schweiz fällt, gehen noch weiter. Tier-Rechtler und Veganer, von denen in der Schweiz eine Handvoll leben, fordern allen Ernstes ein Verbot sämtlicher Tiertötungen und aller Tierausbeutungen, dies unter dem Stichwort „Leichenfresser“. Mit solchen Äusserungen wird die Extremposition aller Meinungen in unserer Gesellschaft erreicht.

In welche Gruppe ist nun der Schweizer Tierschutz einzuordnen? Wohl kaum zu den moderaten Organisationen, lehnt der Schweizer Tierschutz doch im Grunde genommen die praxisnahe und effiziente Jagd auf sämtliche frei lebenden Tiere ab, dies aus einer Ideologie heraus, die JagdSchweiz als weltfremd einstuft.

Bei der Berechtigung für das Töten von Wildtieren in der heutigen Gesellschaft spielen ethische Überlegungen eine ausschlaggebende Rolle. Gerade auf dieser ethischen Ebene bewegt sich die Positionierung von JagdSchweiz zur modernen Jagd und zum Töten von Wildtieren. Letzteres beinhaltet vielschichtige Probleme rechtlicher und ethischer Natur und die Jagdorganisationen und Behörden sind laufend mit der Frage nach der Zulässigkeit der Tötung von Wildtieren konfrontiert.

Auch JagdSchweiz weiss, dass sich Wildtierbestände grundsätzlich - auch in unserer Kulturlandschaft - von selber regulieren würden. Diese Selbstregulierung wird in diesem Fall aber auch von Seuchen und von Massensterben begleitet, Umstände, welche JagdSchweiz unter der Prämisse des Tierschutzes nicht akzeptieren kann.
In der heutigen, weitgehend vom Menschen bestimmten und gestalteten Umwelt ist es verantwortungslos und direkt zynisch, die Wildbestände sich selbst zu überlassen. Überhöhte Tierbestände verursachen ausserdem Schäden an der Vegetation und an der Tierwelt sowie häufig Unfälle mit Fahrzeugen mit der Gefahr der Verletzung des Menschen. Wildtiere dringen zudem in Agglomerationen und Städte ein und die Jäger sind gehalten, die Wildtierpopulationen auch in stadtnahen Gebieten fein abgestimmt zu regulieren.
Für JagdSchweiz wichtig sind der gesunde Artbestand, das Geschlechterverhältnis, eine ausgewogene Alters- und Sozialstruktur, angepasste Lebensräume, Bewegungsfreiheit und Rückzugsgebiete. Das Leben des einzelnen Wildtierindividuums hat sich dem unterzuordnen.

Die Schweizer Jäger begegnen dem Einzeltier mit grossem Respekt. Sie sehen ab von unnötigen Störungen und Qualen und achten darauf, das Wild mit einem gezielten Schuss ohne weitere Leidenszeit zu erlegen. Insbesondere verhindern sie weiteres Tierleid mit dem Erlegen von kranken und verletzten Wildtieren. Jäger lehnen die Anwendung von tierquälerischen Methoden grundsätzlich ab. In diesem, zwischen Tierwohl, Nutzerinteressen, Arten- und Naturerhaltung sowie Sachzwängen angesiedelten Spannungsfeld sind die Jäger gefordert, Entscheidungen zu treffen, die rational nachvollziehbar, ethisch ausgewogen und nicht zuletzt auch rechtmässig sind.

Vorstand JagdSchweiz

 

Jean-Pierre Boegli

Nach den Parlamentswahlen wird es sehr wichtig sein, eine Intergruppe « Jagd » einzurichten, die über eine bevorzugte Verbindung zu den Schweizer Bundesparlamentariern und zu den Vertretern der Zivilgesellschaft verfügt. Sie soll zusammen über die Richtung debattieren, die der Jagdwelt, aber auch der Forstpolitik und dem ländlichen Umfeld insgesamt gegeben werden soll.

Jean-Pierre Boegli, ehemal. assoziierter Redaktor von « Chasse et Nature », ehemaliger Präsident der CHJV und von DIANA SUISSE

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